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HEGGEMANN-Querlenker für
die Formel 1 (März
2002)
Panasonic Toyota Racing setzt im Rennzirkus auf Qualität
Kreis Paderborn/Lippstadt (sir) – Wenn an diesem Wochenende im australischen Melbourne die Formel 1 in die neue Saison startet, rollen zum ersten Mal auch zwei Boliden vom Panasonic Toyota Racing Team über die Rennstrecke. Und dann sind die Nerven nicht nur bei den Piloten Mika Salo und Allan McNish und ihrem Team bis zum Zerreißen gespannt. Nicht weniger aufgeregt sind die Ingenieure und Mechaniker von HEGGEMANN aerospace & engineering. Sehr wichtige Fahrwerksteile der Toyota-Rennwagen stammen nämlich aus der Bürener Hightech-Schmiede am Flugplatz Paderborn-Lippstadt.
Ein Team von rund 20 Mitarbeiter ist bei HEGGEMANN seit vielen Monaten ausschließlich mit der Fertigung von Querlenkern, Kühlersystemen und Hydraulikkomponenten für die Boliden aus Köln beschäftigt. Dabei sehen sich die Spezialisten aus OWL nicht nur als Zulieferer, sondern als Entwicklungspartner. Durch ihre langjährige Erfahrung aus der Luftfahrt und dem Automobilsport können sie den Ingenieuren des Toyota-Teams wertvolle Hinweise für die ideale Formung, das Design und die Materialauswahl der Bauteile geben. Verarbeitet werden hochfeste Edelstähle, Titan und Aluminium nach strengen Luft- und Raumfahrtnormen. Die Querlenker, von den Fachleuten „Wishbones“ genannt, weil ihre Form an das Brustbein eines Hühnchens erinnert, werden aus Präzisions-Stahlrohren mit aerodynamischen Profilen gefertigt. Diese Rohre stammen von Benteler Stahl/Rohr. Der Paderborner Konzern hatte in enger Zusammenarbeit mit HEGGEMANN vor rund anderthalb Jahren das Herstellungsverfahren für diese profilierten Rohre entwickelt und ist bundesweit der einzige Hersteller für Luftfahr-Spezialrohre aus dem Werkstoff 1.7734.
Die Bauteile für die „wishbones“ werden bei HEGGEMANN auf sehr teuren und hochmodernen 5-Achs-Fräsen gefertigt. Jede Schweißnaht wird geröntgt. Genauso wie bei Flugzeugteilen, wird jedes Stück komplett rissgeprüft und erhält eine Nummer, die es ermöglicht, die Herstellung bis in alle Einzelheiten zu überprüfen. Würde ein Querlenker brechen, hätte das böse Folgen. In der Rennsaison 2000 war die Fachwelt durch mehrere Defekte an Kohlefaser-Querlenkern aufgeschreckt worden.
Für einen Rennstall wie Panasonic Toyota Racing zu arbeiten, ist für die Bürener eine große Herausforderung. Von Rennen zu Rennen werden die Boliden weiter verbessert, werden Details verändert. Die Ingenieure, Techniker und Mechaniker bei HEGGEMANN müssen diese Entwicklungen natürlich laufend mit vollziehen und flexibel reagieren. Da kommt es auch schon einmal vor, dass draußen auf dem Flughafen bereits ein Jet wartet, um ein neues Bauteil so schnell wie möglich zu einer Rennstrecke zu fliegen. Dringend sucht das stark wachsende Unternehmen weitere hochengagierte Mitarbeiter; Fräser, CAM-Programmierer, Projektleute, Konstrukteure, WIG-Schweißer und Zerspanungsmechaniker, denen es Spaß macht, sich solchen Anforderungen zu stellen. Konstrukteur und Projektmitarbeiter sollten möglichst Englisch sprechen. Denn Englisch ist die „Amtssprache“ auch bei dem einzigen Rennstall auf deutschem Boden. Aus 30 Nationen kommen die insgesamt 550 Mitarbeiter von Toyota Motorsport in Köln. Als einziger Rennstall neben Ferrari baut Toyota das komplette Auto selbst unter einem Dach- vom Triebwerk bis zum Chassis.
Das 60 Mann starke Renn-Team ist mit den beiden weiß-roten TF102 Boliden und einem Ersatzwagen bereits seit vergangenem Sonntag in Australien. Nachdem Toyota Ende 1999 grünes Licht für den Einstieg in den Rennzirkus bekommen hatte, wurden im vergangenen Jahr intensive Tests gefahren- inzwischen mehr als 20.000 Kilometer auf elf verschiedenen Rennstrecken. Wie der erste Start in der Königsklasse in Melbourne ausgehen wird, dazu wollen aber weder die Fahrer noch Teamchef Ove Andersson eine Prognose abgeben. „Heute ist es erst einmal nur wichtig, dass wir uns qualifizieren und morgen versuchen, mit beiden Wagen bis zum Ende durchzuhalten.“ Auch die erfahrenen Piloten, der 35jährige Finne Mika Salo und der 32jährige Schotte Allan McNish, sehen Ihre Aufgabe vor allem darin, das Ziel nach 58 Runden und 307,57 Kilometern zu erreichen. Der 3,3 Meilen lange Rundkurs durch den Albert Park wird durch einige schnelle Kurven und knifflige Schikannen zu einertechnisch anspruchsvollen Rennstrecke- was dem als routinierten Techniker geltenden Mika Salo sehr gelegen kommen dürfte.
Doch ist Bescheidenheit durchaus angebracht. Immerhin habe Ferrari 21 Jahre lang auf den Titel hingearbeitet.
Der Name Toyota ist zwar bereits ein viertel Jahrhundert lang eng verknüpft mit dem Motorsport. Als viermaliger Gewinner der Fahrerweltmeisterschaft, dreimaliger Markenweltmeister und mit 43 WM-Siegen ist Toyota einer der weltweit erfolgreichsten Automobilhersteller im Rallyesport, aber in der „Königsklasse“, der Formel 1, herrschen andere Gesetze. Eines gilt jetzt jedoch schon als sicher und das ist das Ziel des Einstiegs in den Rennzirkus: Das Image von Toyota wird gewinnen.
Infos über Toyota-Motorsport sind zu finden unter www.toyota-f1.com und über HEGGEMANN unter www.heggemann.com
Nähere Informationen bei:
HEGGEMANN AG
Zeppelinring 2-6, 33 142 Büren,
Germany
Tel.: +49 (0)2955/7610-57
Fax: +49 (0)2955/7610-10
mailto: casey@heggemann.com
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